Übersetzungsleitfaden

1. Zeichensetzung / Rechtschreibung

Im Allgemeinen gelten die Regeln und Normen der deutschen Sprache gemäß den Standardwerken Duden, Die deutsche Rechtschreibung (http://www.duden.de/) bzw. Regelwerk Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis 2006 (http://www.ids-mannheim.de/service/reform/).

Verwenden Sie bitte ausschließlich die neue deutsche Rechtschreibung.

Führen Sie als letzten Schritt bitte immer eine Rechtschreibprüfung durch, bevor Sie Ihre Übersetzung abschicken.

2. Lokalisierung - Anpassungen an den Zielmarkt

Gewichts- und Maßeinheiten / Währungsbeträge

Gewichts- und Maßangaben werden in deutsche Einheiten umgewandelt, wobei auch die Werte selber umgerechnet werden müssen. Fragen Sie beim Kunden nach, ob die englischen Originalangaben in Klammern hinter der deutschen Übersetzung angegeben werden sollen.

Beispiel: He ran 5 miles every day → Er ging jeden Tag 8 Kilometer joggen.

Bei Währungsbeträgen bleiben die Summe sowie das Währungszeichen zunächst unverändert, fragen Sie jedoch beim Kunden nach, ob die Angaben umgerechnet werden sollen. Dasselbe gilt für Währungen, die als Fließtext, d. h. ohne tatsächlichen Wert, aufgeführt sind.

Darstellung von Währungen

Währungen können entweder in numerischer Form mit Währungssymbol oder mit ausgeschriebener Währungsbezeichnung c werden. Die richtige Darstellungsform hängt von der Art des zu bearbeitenden Dokuments ab (bei z. B. 3 Finanztexten etc. ist die numerische Form üblich, in erzählenden Texten wird die ausgeschriebene Form verwendet).

  • Beispiel: 1.000 US$ können täglich überwiesen werden; Der Kühlschrank kostete 1000 Dollar.
  • Beispiel: 1.000 €; Sie können heute 1000 Euro gewinnen.

Produkt- und Markennamen

Sämtliche Produkt-, Marken und Firmennamen bleiben prinzipiell unverändert. Fragen Sie im Zweifelsfall bitte beim Kunden nach.

Zeit-/Datumsangaben

Zeitangaben nach der 12-Stunden-Zählung werden im Normalfall an die deutsche 24-Stunden-Zählung angepasst.

  • Beispiel: 3:00 p.m. → 15:00 Uhr

Sonstige Anpassungen

Als Übersetzer müssen Sie Ihre Übersetzung generell an den Zielmarkt anpassen. Dabei kann es jedoch im Einzelfall notwendig sein, die Sinnhaftigkeit und inhaltliche Korrektheit einer Übersetzung abzuwägen. Beispielsweise lassen sich die Bezeichnungen amerikanischer Schultypen nicht übersetzen, da sie keine Gegenstücke im deutschen Sprachraum haben (eine „high school“ etwa ist kein „Gymnasium“, auch wenn die Gleichsetzung zunächst naheliegend scheint). Bei geographischen Bezeichnungen kann eine Übersetzung notwendig sein, wenn im Deutschen andere Namen als in der Ausgangssprache gebräuchlich sind (der englische Name „Tuscany“ beispielsweise muss als „Toskana“ wiedergegeben werden). In anderen Fällen muss der Kontext in Betracht gezogen werden. Zur Verdeutlichung: „state“ kann „Bundesland“ bedeuten, wenn es zum Beispiel darum geht, ein Eingabeformular voll und ganz an deutsche oder österreichische Verhältnisse anzupassen und das Ergebnis keine Verbindung zu den USA mehr aufweisen soll. Geht es aber um die Vereinigten Staaten, dann ist ein „state“ kein „Bundesland“, sondern ein „Bundesstaat“. Diese Beispiele zeigen, dass die Anpassung an den Zielmarkt Überlegung und Rücksicht auf die Zusammenhänge erfordern kann. Im Zweifelsfall wenden Sie sich mit der Bitte um Rückmeldung direkt an den Kunden.

3. Textstruktur / Format

Textstruktur

Die Struktur des Originaltextes, d. h. das Zeilen- und Absatzformat bzw. Aufzählungen, muss in der Übersetzung 1:1 übernommen werden.

Verwenden Sie dieselbe Schriftart, -größe und -farbe wie im Quelltext und übernehmen Sie ebenso dessen Format (fett, kursiv, unterstrichen).

Eine Übersetzung kann länger als das Original ausfallen und dadurch Formatierungsprobleme verursachen. Als Übersetzer müssen Sie sich darum bemühen, ein vorzeigbares Dokument zu erstellen; komplizierte Formatierungen gehören jedoch nicht zu Ihrem Aufgabengebiet. Bitte geben Sie in solch einem Fall dem Kunden an, dass das Format durch die Übersetzung verändert wurde und gegebenenfalls nachträglich seitens des Kunden angepasst werden muss.

Übersetzungs-Textfelder auf der Gengo-Website unterstützen kein HTML-Format, weshalb Schriftarten, -größen, -farben etc. nicht übereinstimmend wiedergegeben werden können.

Dreifach-Klammern [[[Beispieltext]]]

Mit dreifachen Klammen können Kunden angeben, dass bestimmte Wörter, Namen, URLs, etc. nicht übersetzt werden sollen. Bitte lassen Sie sämtliche Angaben in Dreifach-Klammern unverändert stehen.

  • Beispiel: Bei Fragen wenden Sie sich bitte an [[[@deyto]]] oder [[[@sarah_ross]]].

4. Geschlechter in der Übersetzung

Der angemessene Umgang mit den weiblichen und männlichen Formen von Personenbezeichnungen in Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche ist ein komplexes Problem:

– Im Normalfall sind die in den englischen Ausgangstexten verwendeten Begriffe geschlechtsneutral. „Employees“ können Männer, Frauen oder gemischte Gruppen sein. Im Deutschen sind aufgrund anderer sprachlicher Strukturen geschlechtsneutrale Wörter eher der Ausnahmefall, hier gibt es sowohl „Mitarbeiter“ als auch „Mitarbeiterinnen“.

– In einem deutschen Text unterschiedslos von „Mitarbeitern“ zu sprechen, obgleich unklar ist, ob es sich wirklich ohne Ausnahme um Männer handelt oder eindeutig feststeht, dass auch oder sogar ausschließlich Frauen in der so bezeichneten Gruppe vertreten sind, kann mit gutem Grund als rücksichtslos oder herabsetzend empfunden werden.

– Zugleich besteht die Gefahr, dass insbesondere längere Texte mit häufigen Nennungen von Personenbezeichnungen stilistisch sehr leiden oder spürbar schwerfälliger lesbar werden, wenn in jedem einzelnen Fall Konstrukte wie „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ verwendet werden.

Grundsätzlich sollten daher bei Übersetzungen folgende Richtlinien beachtet werden:

– Enthält ein Text nur wenige derartige Stellen, so spricht nichts dagegen, in jedem einzelnen Fall ein Konstrukt zu verwenden, das beide Varianten nennt, also etwa „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.

– Enthält ein Text mehrere derartige Stellen, so dass die Häufung der kombinierten Konstrukte die Übersetzung in Stil und/oder Lesbarkeit beeinträchtigen könnte, sollte beim ersten Mal die volle Formulierung („Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“) verwendet werden, anschließend dann das generische Maskulinum („Mitarbeiter“).

– In Übersetzungen, die kurz gehalten werden müssen (etwa bei Formularen oder Benutzeroberflächen-Texten) und bei denen Stilfragen zweitrangig sind, können auch funktionsorientierte Kurzformen wie „der/die Mitarbeiter/in“ oder „alle Mitarbeiter(innen)“ Verwendung finden. Bei ausformulierten Texten sollte diese Möglichkeit aber sparsam genutzt werden, da sie stilistisch unbefriedigend ist.

– Die ausschließliche Verwendung des generischen Maskulinums ist eine stilistische Entscheidung und bleibt den Übersetzenden freigestellt, wenn sie sie für eine spezifische Übersetzung für sinnvoll halten.

– Auf keinen Fall sollten Konstruktionen verwendet werden, die keinen geltenden Regeln entsprechen, beispielsweise „Mitarbeiter*innen“, „MitarbeiterInnen“ oder „Mitarbeiter:innen“.

Ebenfalls muss beachtet werden, dass in englischen Texten auf im Singular genannte Personen oder Entitäten häufig mit „they“ Bezug genommen wird; das Wort dient dann als geschlechtsneutrales Pronomen in der Einzahl und darf nicht als im Plural stehendes „sie“ übersetzt werden. Hier gilt vielmehr das grammatikalische Geschlecht der Personenbezeichnung als Bezugspunkt und der Singular muss beibehalten werden.

Zwei Beispiele hierfür:

  1. „The company has expanded. They now employ about 300 people.“ Falsch wäre folgende Übersetzung: „Das Unternehmen ist gewachsen. Sie beschäftigen jetzt etwa 300 Mitarbeiter.” Da auf das im Singular stehende, grammatikalisch sächliche Wort „Unternehmen” Bezug genommen wird, wäre folgende Formulierung richtig: „Das Unternehmen ist gewachsen. Es beschäftigt jetzt etwa 300 Mitarbeiter.”
  2. „Please see a doctor, they will give you advice.“ – Falsch wäre: „Bitte suchen Sie einen Arzt auf, sie werden Sie beraten.“ Da auf den im Singular stehenden Arzt, für den hier vom Übersetzer das generische Maskulinum gewählt wurde, Bezug genommen wird, müsste die richtige Formulierung lauten: „Bitte suchen Sie einen Arzt auf, er wird Sie beraten.“

5. Ausdrucksweise / Stil

Eine Übersetzung muss sowohl die Bedeutung als auch den Stil des Quelltexts akkurat wiedergeben. Je nach Kontext kann ein formeller oder aber auch umgangssprachlicher Ton angebracht sein. Dasselbe gilt für die gewählte Anredeform. Im Normalfall wird die formelle Anrede verwendet, bei bestimmten Texten ist jedoch das informelle Du erforderlich. Wählen Sie Ihren Schreibstil sorgfältig aus und wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Kunden.